Die Räuber-Rommé-Regeln

1. Allgemeines

Die Spielsteine

  • Es gibt insgesamt 80 Spielsteine und 4 Joker (schwarz)
  • Diese haben vier verschiedene Farben (blau, gelb, grün, rot) und sind jeweils von 1 bis 10 nummeriert
  • Jede Farbe kommt 2x vor

Jeder Spielstein hat genau den Wert, der auf ihm notiert ist. Ein Jokerstein zählt allerdings 50 Augen und kann generell jeden anderen Spielstein ersetzen.

Das Ziel des Spiels ist es, als erster alle Spielsteine auf dem Tisch abzulegen.

2. Spielverlauf

Spielablauf und Spielregeln sind ähnlich zu Rommé. Daher werden sich Spieler dieses bekannten Kartenspiels besonders wohl bei Räuber-Rommé fühlen. Wie bei Rommé, ist das Ablegen der Spielsteine nur in bestimmten Kombinationen möglich.

Bevor es zum Ablegen kommt, erhält jeder Spieler 14 Steine, die nur für ihn sichtbar sind. Die übrigen Steine werden verdeckt auf einen Stapel an die Seite gelegt.

Zu Spielbeginn muss jeder Spieler mindestens eine sogenannte „Serie“ von Spielsteinen auslegen. Diese „Serie“ (bzw. „Serien“, falls direkt mehr als eine Serie ausgelegt wird), muss mindestens 20 Punkte in der Summe ergeben.

Man kann beim ersten Auslegen keine bereits auf dem Tisch liegende Steine benutzen.

Was ist eine Serie?

Bei Serien unterscheidet man zwischen „Gruppen“ und „Reihen“.

  • Gruppen: 3 oder 4 Spielsteine, die den gleichen Wert haben, aber unterschiedlicher Farbe sind.
    Beispiel: Eine Gruppe besteht aus 3 in Blau, 3 in Rot, 3 in Gelb und 3 in Grün.
  • Reihen: Mindestens 3 Spielsteine mit fortlaufendem Wert und gleicher Farbe. Die 1 darf an die 10 angelegt werden.
    Beispiel: 1, 2, 3, 4 (alle Spielsteine sind rot)

So können Sie beim Spielbeginn also zum Beispiel die Zahlenreihe 1, 2, 3, 4 (= 10) und 5, 5, 5 (= 15) auslegen, da dies in der Summe 25 Punkte ergibt.

Wer nicht auslegen kann, da er keine Serie aus mindestens 20 Punkten hat, muss einen Stein vom Stapel aufnehmen und beendet seinen Zug.

Nachdem Sie zum ersten Mal ausgelegt haben, können Sie im Folgenden beliebig viele Punkte auslegen.

Dabei müssen Sie immer direkt Serien (also Gruppen oder Reihen) auslegen oder Serien, die bereits auf dem Spielfeld liegen, manipulieren oder durch Anlegen ergänzen.

Was bedeutet „manipulieren“?

  • Sie dürfen nach Belieben manipulieren in dem Sie von einer Reihe zwei Spielsteine entfernen und dann eigene Spielsteine ergänzen, so dass die Reihe weiter besteht. Die entfernten Spielsteine dürfen Sie aber nicht aufnehmen, sondern müssen auf dem Tisch an anderer Stelle wieder eingesetzt werden.
    Beispiel 1:
    Ihre Steine: 10 blau, 7 gelb, 7 grün
    Spieltisch: 7 blau, 8 blau, 9 blau
    Nach Manipulation: Auf dem Tisch 8 blau, 9 blau, 10 blau und 7 gelb, 7 grün, 7 blau
  • Außerdem können Sie den Joker vom Spieltisch aus bestehenden Reihen oder Gruppen entfernen und durch eigene, geeignete Spielsteine ersetzen. Aber auch hier gilt: Was ein Mal auf dem Spieltisch ist, bleibt auch dort – so dürfen Sie den Joker nicht aufnehmen, sondern er muss an anderer Stelle wieder eingesetzt werden.

Was bedeutet durch „Anlegen ergänzen“?

Liegt auf dem Spieltisch bereits eine Gruppe, 5 gelb, 5 blau, 5 grün , können Sie zum Beispiel die rote 5 noch anlegen und ergänzen so die Gruppe.

War das Manipulieren oder Anlegen an bestehende Serien nicht erfolgreich, da nicht Spielregelkonform, wird die ursprüngliche Spielsituation (so wie vor der Manipulation) wieder hergestellt und der Spieler muss zur Strafe 1 Stein vom Stapel aufnehmen.

Wann endet das Spiel?

Sieger ist, wer als Erster keine Steine mehr auf der Hand hält. Sollte kein Zug mehr möglich sein, bevor jemand alle Spielsteine ausgelegt hat, endet das Spiel auch. In diesem Falle werden die verbleibenden Punkte der Spielsteine addiert, derjenige mit den wenigsten Punkten gewinnt (mehr dazu in 3. Spielwertung).

Pro Spielzug hat jeder Spieler maximal 50 Sekunden Zeit. Hält er das Zeitlimit nicht ein, müssen alle Steine, die bei diesem eventuell schon ausgelegt wurden wieder aufgenommen werden. Zur Strafe muss der Spieler außerdem einen extra Stein ziehen. Hält der Spieler 2mal in Folge nicht das Zeitlimit ein, verläßt er das Spiel.

3. Spielwertung

Nachdem eine Spielrunde zu Ende ist, müssen die Verlierer jeweils ihre Punkte addieren. Dabei zählen die Spielsteine ihren Nennwert (also eine 3 zählt mit 3 Punkten) und der Joker zählt 50 Punkte.

Allen Verlierern wird die jeweilige Summe der Punkte als Minuspunkte aufgeschrieben. Der Spieler, der alle Karten ablegen konnte, bekommt 0 Punkte gutgeschrieben.

Nach allen Spielrunden wird dann für jeden Spieler die Summe aller Minuspunkte gebildet, um so die Gesamtpunktzahl zu errechnen. Sieger ist wer am wenigsten Punkte erspielt.

Legt ein Spieler all seine Spielsteine im ersten Zug ab, werden dem Gegner, der noch keinen Stein ausgelegt hat, -200 Punkten berechnet. Wer schon auslegen konnte, bekommt -100 Punkte.